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Über

Vermutlich sollte ich mich mal vorstellen: weiblich, 58, berufstätig, deshalb nur in großen Abständen online, schreibsüchtig, mitteilungsbedürftig, des Öfteren gefrustet und dann besonders redselig. Wenn einem Leser zusagt, was ich so ablasse, oder er/sie widersprechen will, dann nur zu: Rührt Euch. Hab ja schon bei der Anmeldung irgendwo geschrieben, dass ich Freunde suche. Daran hat sich nichts geändert.

Alter: 67
 
Schule: Gym in 34212
Universität: Gießen in siehe rechts

Ich mag diese...
Musiker: Queen, Chris Rea, Mangelsdorff u. a. - Liste sehr unvollständig
Lieder: dust in the wind, Who wants to livr forever - und tausend andere mehr
Sendungen: aktuell Dr. House; Highlander, Der Adler - Spur des Verbrechens, CSI, Tatort usw.
Filme: Casablanca, Herr der Ringe, Star Trek, Unbreakable u. a.
Schauspieler: Armin Müller-Stahl, Adrian Paul, David Boreanaz, Ulrike Folkerts, Romy Schneider und viele mehr
Bücher: Robert Harris, Vaterland / Pompeji - Philip Roth, Der menschliche Makel - um nur die momentanen zu nennen
Autoren: Goethe, Hesse, Elizabethe George, Patricia Cornwell usw.
Sportarten: Ich passe.
Sportler: siehe oben. Naja. Hamilton, der Rennfahrer.
Hobbies: Lesen, malen, Filethäkelei, wenn ich zu so was komme.
Orte: Köln, Berlin, Grand Canyon (letzteren kenne ich nur von Bildern)

Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
wollte ich groß werden



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Ausländische Inländer

Bald kann ich's nicht mehr hören, diese Geisterdebatte über kriminelle ausländische Jugendliche, die unsere Städte unsicher machen. Nehmen wir diesen Serkan aus München, der mit seinem Kumpel Spiridon die ganze Debatte losgetreten hat mit seinen Fußtritten gegen einen Schuldirektor a. D. Die erste Frage, die sich mir da stellt, ist die, wieso ein junger Erwachsener auf die Idee kommt, er dürfe einen alten Menschen, der sein Großvater sein könte, zu Tode prügeln und sich dabei auch noch im Recht fühlen. Was um Himmels willen hat der für eine Erziehung genossen, dass sein Kopf so quer ist? Also: Wo ist er aufgewachsen? Sieh da: in München. Türkisch ist nur sein Name, die Türkeierfahrungen dieses "Ausländers" beschränken sich auf zwei Wochen in 20 Lebensjahren, lese ich. Na, wenn das der Maßstab wäre, müssten wir unsere auswärts urlaubende Nation zum größten Teil ausbürgern.

Aber genau: Der Wohnsitz und/oder Geburtsort ist ja gar nicht der Maßstab, ob jemand die deutsche Staatsbürgerschaft hat oder nicht. Dieser junge Mann, der so wenig Türke ist, dass er sogar in seinen Träumen deutsch spricht, ist deshalb kein Deutscher, weil er kein "deutsches Blut" hat. Aber ein 20jähriger, der in Kasachstan geboren wurde, sein Leben lang Russisch sprach und von Deutschland nur das weiß, was ihm seine von deutschen Einwanderern im 18. Jahrhundert abstammenden Großeltern erzählt haben, der bekommt auf Wunsch sofort die deutsche Staatsbürgerschaft, weil in seinen Adern "deutsches Blut" fließe. Wow! Nun warte ich gespannt auf den Tag, wo Genetiker den Nobelpreis bekommen für die Entdeckung des Chromosomenstückchens, auf dem zu lesen ist, wer Deutscher ist und wer nicht.

Im Ernst: Wie lang wollen wir uns noch diesen absurden Anachronismus leisten, als eine der letzten demokratischen Kulturnationen (die letzte?) der Welt die Staatsangehörigkeit ( = eine politische Kategorie!) von "Blutlinien" ( = einer genealogischen Kategorie) abhängig zu machen? Selbst in amerikanischen TV-Serien wird inzwischen über diesen Unfug gestaunt und gespöttelt. Das könnte uns zwar kalt lassen, aber nicht die Tatsache, dass hier eine junge Generation, sprich unsere Zukunft, heranwächst, die offenbar zu einem kleinen, aber auffälligen Prozentsatz nicht die moralischen Werte vermittelt bekam, auf die unser demokratisches, d. h. angstfreies Zusammenleben nicht verzichten kann: Respekt vor dem Leben des Anderen und Mitgefühl für die Schwächeren. Dieses Defizit klafft bei gewalttätigen männlichen Jugendlichen, und es klafft bei jungen Müttern, die ihre Kindeer misshandeln oder einfach verhungern und verdursten lassen.

Nein, diese Ausländer-Debatte ist der Klassiker unter den propagandistischen Ablenkungs- und Verdunkelungsmanövern: lasst uns bloß nicht an die Wurzel des Übels gehen, nämlich wahrnehmen eine anscheinend wachsende Zahl erziehungsunfähiger Eltern in den 80er/90er Jahren, die uns eine ebenso zunehmende Zahl nicht sozialisierter bis soziopathischer junger Leute hinterlassen hat! Nein, wir reden über deutsch sprechende Türken, Griechen (Liste beliebig erweiterbar) und tun mal so, als ob sie gerade frisch eingereist wären, nicht bei uns groß geworden und in die Schule gegangen seien. Wir leisten uns weiter den Luxus und schauen weg, auferlegen uns Denkverbote und ignorieren, dass ein erster vernünftiger Schritt die Änderung dieses rassistischen Staatsbürgerrechts wäre. Denn dann hätten wir ja vor Wahlen auch keine schönen Leitkulturdebatten mehr.

Nein, lasst uns weiter unsere Jungkriminellen exportieren in Länder, deren Sprache die Delinquenten nicht mal sprechen. Ich bin neugierig, was das Deutsche Ministerium des Inneren wohl sagen wird, wenn Spanien dort eingebürgerte Kriminelle deutscher Herkunft an uns zurückschickt oder in den USA ein Richter auf die Idee kommt, kriminelle US-Bürger mit deutschen Vorfahren nach Deutschland auszuweisen. Wäre vielleicht eine gute Idee, um dem Parlament des deutschen Volkes den überfälligen Handlungsbedarf dringlicher zu machen...

12.1.08 11:28


Skandalös

Aha, die Bezüge unserer Abgeordneten sind ein Skandal, weil sie so niedrig sind. Sagt letzte Woche - wer auch immer. Sicher bin ich nicht die Einzige, die eine andere Fortsetzung des Satzes erwartet hätte, nämlich, dass es ein Skandal sei, wie hoch die Abgeordnetendiäten sind und erst recht deren Rentenansprüche. Rentenansprüche für lau. Aber nein, gemessen an der Verantwortung, die sie tragen, bekämen sie fünf-, sechsmal weniger als die Leute in der Wirtschaft mit gleicher Verantwortung. - Das muss verdaut werden. War da nicht was in der letzten Zeit? Skandale um diverse hochkarätige Manager, die für ihr Versagen oder nur ihre schlechte Arbeit - Stichwort Millionenverluste für Konzerne - nicht nur unfassbar riesige Gehälter, sondern auch Boni, Optionen, Abfindungen bekamen und bekommen. Etwa weil sie für das Risiko von Aktienabstürzen oder Arbeitsplatzverlusten mit ihrem Vermögen haften mussten? Nein, natürlich nicht, wo kämen wir da hin? Sie tragen nur die Verantwortung, rein verbal, und dafür verdienen sie das viele Geld. Ob ich neidisch bin? Nö, ich habe bloß Probleme mit dieser Art, Verantwortung zu bemessen. Ärzte, Sanitäter, Krankenschwestern tragen nach meinem Dafürhalten jeden Tag ebenfalls große Verantwortung, aber ich habe noch nie gehört, dass sich ein Sanitäter nach sagen wir 20 Berufsjahren eine eigene Klinik leisten konnte, und sicher auch kein normaler Arzt, ohne dafür einen Riesenkredit aufzunehmen. Ich kann auch nicht so recht daran glauben, dass ein Herr Schremp oder Piech je schlaflose Nächte hatten wegen der Millionenwerte,  die sie im Finanzennirwana des globalen Marktes versenkten. Nein, ich glaube vielmehr, das dieser Gebrauch des Wortes Verantwortung von genau der Ignoranz zeugt, die anscheinend parallel zum wachsenden Gehalt sich im Verstand der Leute ausbreitet, die Nutznießer solcher an keine messbare Leistung gebundenen Gehälter sind.                                                                                                

Denn ist es nicht offensichtlich, dass "Verantwortung" in diesem Kontext längst als Euphemismus, d. h. als schönes Verschleierungswort für "Macht" gebraucht wird? Unser Satz vom Anfang lautet im Klartext also: Wer viel Macht hat, verdient es, viel Geld nachgeworfen zu bekommen, damit er auch sinnlich erfährt, wieviel Macht er über andere hat, und damit er nicht etwa aus Selbstzweifeln ("Habe ich wirklich genug Macht?" ) den Job hinwirft. - Es ist also ein Skandal, dass unsere Volksvertreter nur so wenig von ihrer Macht auf dem Konto sehen. Naja, vielleicht auch nicht. Denn im Ernst: Wieviel Macht haben sie denn? Eine Gesundheitsreform, die diesen Namen verdient, hat die Lobby der einschlägig an einem teuren Gesundheitssystem Interessierten seit Jahrzehnten verhindert. Das Kartellamt ist dank fehlender Gesetze ein oft genug zahnloser Tiger. Gesetzeswut tobt nur dort, wo keine Lobbyisten im Weg stehen. Im Machtkampf zwischen Parlament und Wirtschaft saß letztere immer am längeren Hebel. Im Sinne dieser Logik werden unsere Volksvertreter also mehr als gerecht entlohnt. Würden höhere Bezüge, so wie in der Wirtschaft, ihre Unabhängigkeit, z. B. vom Einfluss der Wirtschaftsvertreter, steigern? Angesichts der heute schon vorhandenen einschlägigen Nebeneinkünfte von Abgeordneten werde ich das Gefühl nicht los, dass höhere Diäten nicht ihre Unabhängigkeit, sondern nur eines erhöhen: die Gier nach mehr. 

17.11.07 12:29





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